Leistung
Schweißanweisungen (WPS) erstellen und prüfen
Eine Schweißanweisung sagt dem Schweißer, wie die Verbindung auszuführen ist. Sie ist nur so viel wert wie die Qualifikation, auf die sie sich stützt.
Was eine WPS ist – und was sie nicht leistet
DIN EN ISO 15609-1:2019-12 beschreibt, welche Angaben eine Schweißanweisung für das Lichtbogenschweißen enthalten muss. Sie ist eine Fertigungsvorgabe, kein Nachweis.
Die WPS
Legt die Parameter fest, mit denen geschweißt werden soll: Werkstoff, Zusatzwerkstoff, Verfahren, Nahtform, Position, Lagenaufbau, Vorwärmung, Parameterbereiche.
DIN EN ISO 15609-1:2019-12
Die WPQR
Eine WPQR dokumentiert die Qualifizierung eines Schweißverfahrens, wenn die Qualifizierung über eine Schweißverfahrensprüfung erfolgt. Aus ihr ergibt sich der nachgewiesene Geltungsbereich.
Der entscheidende Zusammenhang
Eine WPS allein begründet keine Verfahrensqualifikation. Wo eine Qualifizierung gefordert ist, muss eine nach dem anwendbaren Regelwerk zulässige Qualifizierungsgrundlage vorliegen – häufig eine WPQR aus einer Schweißverfahrensprüfung.
Was geprüft oder erarbeitet wird

Werkstoff und Zusatzwerkstoff
- Grundwerkstoff und Werkstoffgruppe
- Zusatzwerkstoff, Eignung und Lagerbedingungen
- Schutzgas, soweit verfahrensabhängig
Verbindung
- Nahtart und Nahtvorbereitung
- Blechdicke und Dickenbereich
- Schweißposition
- Lagenaufbau und Schweißfolge
Parameter
- Stromart und Polarität
- Strom-, Spannungs- und Vorschubbereiche
- Wärmeeinbringung, soweit projektspezifisch gefordert
- Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur
pWPS und WPS
Vor einer Verfahrensprüfung wird die vorgesehene Ausführung als vorläufige Schweißanweisung (pWPS) beschrieben. Erst wenn die Prüfung bestanden und die WPQR erstellt ist, wird daraus eine WPS mit belegtem Geltungsbereich. Diese Reihenfolge wird in der Praxis häufig übersprungen – und fällt später bei der Prüfung der Unterlagen auf.
Geltungsbereich – der häufigste Stolperpunkt
Eine vorhandene WPS deckt nicht jede Verbindung ab. Ob sie für die konkrete Aufgabe gilt, entscheidet der Geltungsbereich der zugrunde liegenden Qualifizierung.
Typische Abweichungen
- Blechdicke liegt außerhalb des geprüften Bereichs
- Andere Werkstoffgruppe als bei der Prüfung
- Andere Nahtart, etwa Kehlnaht statt Stumpfnaht
- Andere Schweißposition
- Anderes Verfahren oder andere Zusatzwerkstoffklasse
Was daraus folgt
Deckt der Geltungsbereich die Aufgabe nicht ab, hilft keine Anpassung der Anweisung. Dann ist entweder eine andere vorhandene Qualifikation heranzuziehen oder eine neue Verfahrensprüfung erforderlich.
Was geliefert wird
Eine Einschätzung, welche der vorhandenen Unterlagen die geplante Fertigung tatsächlich tragen – und welche Lücken vor Fertigungsbeginn zu schließen sind.
Leistungsumfang
Prüfung vorhandener WPS
Abgleich der vorliegenden Anweisungen gegen die vorgesehene Verbindung und gegen die zugehörigen Verfahrensprüfungen.
Erstellung
Erarbeitung von Schweißanweisungen auf Grundlage vorhandener Qualifikationen und der Anforderungen des Auftrags.
Vorbereitung einer Prüfung
Erstellung der pWPS und fachliche Vorbereitung, wenn eine Verfahrensprüfung erforderlich wird.
Wenn eine unabhängige Bewertung benötigt wird
Die Leistungen auf dieser Seite sind operativ: Schweißanweisungen werden für die laufende Fertigung erstellt, geprüft und eingeführt. Sobald die Frage nicht mehr lautet „wie fertigen wir normgerecht“, sondern „war die Ausführung mangelfrei“, wechselt die Rolle.
- Vorhandene Schweißanweisung sachverständig bewerten lassen
- Schweißnahtqualität nach DIN EN ISO 5817 unabhängig beurteilen lassen
Diese Leistungen werden als unabhängige Sachverständigenleistung erbracht und sind von der operativen Schweißkoordination getrennt.
Schweißanweisungen prüfen lassen
Beschreiben Sie Werkstoff, Verbindung und Blechdicke sowie den Stand Ihrer vorhandenen Unterlagen.